Let’s talk about superpowers: Wenn unsere Stärken zum wunden Punkt werden

In unserer größten Stärke steckt oft auch unser wunder Punkt. Das begegnet mir in Gesprächen mit Führungskräften immer wieder.

Fast jede Stärke hat eine Kehrseite:

“Ausgeglichen” → kann Konflikten zu lange ausweichen
“Verlässlich” → sagt mitunter zu selten Nein
“Analytisch stark” → kann hart und distanziert wirken
“Schnell im Denken” → wird manchmal ungeduldig mit anderen
“Verantwortungsbewusst” → kann Kontrolle schwer abgeben
“Empathisch” → verliert mitunter die eigenen Bedürfnisse aus dem Blick

Auch Organisationen haben solche Kehrseiten. Eine Kultur, die stark auf Harmonie und Miteinander setzt, kann sehr verbindend sein – und zugleich produktive Konflikte erschweren.

Das Ziel ist nicht, weniger verlässlich, empathisch oder verantwortungsbewusst zu werden. Sondern zu merken, wann die eigene Superpower gerade nicht mehr hilft und kippt.

Was uns stark macht, ist oft auch eine Antwort auf etwas. Eine Strategie, die einmal gebraucht wurde … und uns antreibt, auch wo sie längst nicht mehr passt. Eine gute Frage dazu: Wofür war diese Stärke einmal die Lösung? Und was kostet sie heute?

Lea Dingel • 18.09.2026
Lea Dingel
Ich bin Lea Dingel
und begleite Menschen, Teams und Organisationen in Veränderungsprozessen. Mich interessiert, wie Veränderung tragfähig gestaltet werden kann, ohne das Menschliche aus dem Blick zu verlieren.