Wer Veränderung anstößt, greift deshalb nicht einfach in Stillstand ein. Er oder sie greift in eine Ordnung ein, die von Menschen täglich aufrechterhalten wird.
Das wird in Veränderungsprojekten leicht übersehen.
Ein Mitarbeiter eines Kundenunternehmens erzählte mir kürzlich von einem geplanten Wechsel des IT-Dienstleisters. Über Jahre hatte er in die Zusammenarbeit investiert: Einarbeitung, Vertrauensaufbau, Klärung von Abläufen.
Nun sollte der Anbieter gewechselt werden, vor allem aus der vagen Annahme heraus, ein anderer könnte günstiger sein. Für ihn stand damit nicht nur eine Geschäftsbeziehung infrage. Es ging auch um den Wert der Arbeit, die er über Jahre in ihr Funktionieren gesteckt hatte.
Natürlich gibt es Momente, in denen alte Stabilitäten nicht mehr tragen. Nicht jede ist erhaltenswert. Aber wer eine bestehende Stabilität verändern will, sollte zuerst verstehen, welche kontinuierliche Leistung er oder sie damit unterbricht. Denn Veränderung berührt Routinen, Beziehungen und Erwartungen, die zuvor Verlässlichkeit ermöglicht haben.
Diese Ordnung löst man nicht einfach auf. Es braucht Anerkennung für das Bestehende, eine nachvollziehbare Begründung für die Veränderung sowie Klarheit darüber, wohin es gehen soll und was verlässlich bleiben wird.




